Neue NfL – Flüge in Kontrollzonen spezifiziert!

Der Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen innerhalb der Kontrollzonen und auch innerhalb der 1,5km Zone von Flugplätzen bildet einen besonderer Punkt in der Luftraumordnung. Seit langem gibt es hier immer wieder Probleme. Dennoch besteht der wirtschaftliche Drang auch in diesen Zonen eine Öffnung herbei zu führen. Nun hat die Deutsche Flugsicherung eine neue Nachricht für Luftfahrer veröffentlicht, die zum 19. März 2016 aktiv wird.

Betrieb innerhalb der Kontrollzone

Zum Schutz der star­ten­den und lan­den­den Flug­zeu­ge sind um die großen Flughäfen Kon­troll­zo­nen ein­ge­rich­tet. Diese werden durch die Deut­sche Flug­si­che­rung kontrolliert, um startende und landende Flugzeuge sicher und schnell so zu leiten, dass ein effektiver und vor allem entzerrter Luftverkehr ohne Gefährdungen möglich ist.

Die Liste der Kontrollzonen kann über die Deutsche Flugsicherung eingesehen werden. Auch einige Übersichten anderer Anbieter erlauben einen Blick auf die Einteilung der Kontrollzonen in Deutschland.

kontrollzonen

Kontrollzonen Deutschland

Was ist in der Kontrollzone erlaubt und was nicht?

Der Luftraum in der unmittelbaren Umgebung von Flugplätzen mit IFR-Flugverkehr (vereinfacht: Instrumentenflug) ist als Kontrollzonenklasse D eingerichtet. Die Ausdehnung reicht vom Erdboden (SFC, surface, GND, ground) bis in die individuell festgelegte Höhe. Für VFR-Flüge (Sichtflüge) gelten in der Kontrollzone D die folgenden besonderen Mindestwetterbedingungen:

  • Hauptwolkenuntergrenze mindestens 1.500 ft über Grund oder Wasser
  • Bodensicht mindestens 5 km
  • Flugsicht mindestens 5 km
  • Luftraum frei von Wolken

Ansonsten gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie bei Luftraum D:

  • Mindestabstand von Wolken vertikal 300 m (1.000 ft), horizontal 1,5 km
  • Flugsicht mindestens 5 km
  • Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich.

Grundsätzlich findet man diese Kontrollzonen um alle größeren zivilen sowie die militärischen Flugplätze in Deutschland.

Die neue NfL greift vorerst jedoch nur für die folgenden Kontrollzonen:

Berlin/Schönefeld, Berlin-Tegel, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken,Stuttgart.

Vereinfachung der Freigabe für die Kontrollzone

Auf­grund massiv gestiegenen Anzahl von Anfragen auf Freigabe, hat die DFS nun ei­ne neue Nachricht für Luftfahrer erlassen. Sie regelt das Ver­fah­ren zur Durch­füh­rung von Flü­gen mit Flug­mo­del­len und un­be­mann­ten Luft­fahrt­sys­te­men in Kon­troll­zo­nen an den in­ter­na­tio­na­len Ver­kehrs­flug­hä­fen. Dabei wird der grundsätzliche Ablauf festgelegt. Die­se All­ge­mein­ver­fü­gung mit den fest­ge­setz­ten Be­stim­mun­gen wurde in den Nach­rich­ten für Luft­fah­rer am 23. Fe­bru­ar 2016 ver­öf­fent­licht (NfL 1-681-16) und tritt am 19. März 2016 in Kraft..

Die Flugverkehrskontrollfreigabe gilt hiernach innerhalb der oben explizit genannten Kontrollzonen als er­teilt, wenn folgende Grundlagen eingehalten werden:

Flugmodelle:

  • Ge­samt­mas­se ma­xi­mal 5 kg
  • ma­xi­ma­le Flug­hö­he von 30 m über Grund
  • Außerhalb der 1,5km Zone
  • Flug in Sichtweite (ohne Hilfsmittel)
  • der Luftraum ist durch den Piloten oder eine zweite Person zu beobachten
  • dem anderen Luftverkehr ist auszuweichen, vorzugsweise durch Landung
  • außer Kontrolle geratene Fluggeräte sind unverzüglich an die Kontrollstelle der DFS zu melden
  • Bei Unfällen, Notfällen und ähnlichen Ereignissen sind die Flugmodelle grundsätzlich zur Landung zu bringen
  • die Vorgaben der NfL I 76/08 sind einzuhalten
  • Flug nur unter Sichtwetterbedingungen (VMC)
  • der Teuerer bekommt keine weitere Information über Flugverkehr
  • Beim Betrieb bei Nacht ist eine Beleuchtung gemäß SERA 3215 zu nutzen
  • Regelungen zur Erlaubnisspülicht, Aufstiegsgenehmigung, Genehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutz bleiben hiervon unberührt.

Unbemannte Luftfahrtsysteme:

  • Ge­samt­mas­se ma­xi­mal 25 kg
  • ma­xi­ma­le Flug­hö­he von 50 m über Grund
  • Außerhalb der 1,5km Zone
  • Flug in Sichtweite (ohne Hilfsmittel)
  • der Luftraum ist durch den Piloten oder eine zweite Person zu beobachten
  • dem anderen Luftverkehr ist auszuweichen, vorzugsweise durch Landung
  • außer Kontrolle geratene Fluggeräte sind unverzüglich an die Kontrollstelle der DFS zu melden
  • Bei Unfällen, Notfällen und ähnlichen Ereignissen sind die Flugmodelle grundsätzlich zur Landung zu bringen (Ausnahmen gelten für den Betrieb der Systeme von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften)
  • die Vorgaben der NfL I 281/1308 sind einzuhalten
  • Flug nur unter Sichtwetterbedingungen (VMC)
  • der Teuerer bekommt keine weitere Information über Flugverkehr
  • Beim Betrieb bei Nacht ist eine Beleuchtung gemäß SERA 3215 zu nutzen
  • Regelungen zur Erlaubnisspülicht, Aufstiegsgenehmigung, Genehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutz bleiben hiervon unberührt.

Insofern unterscheidet sich die NfL nicht von ihrem Vorgänger, der NfL  1-437-15.

Die wesentlichen Neuerungen

Die wesentliche Änderung ergibt sich aus den nächsten Abschnitten. Hier wird explizit auf die Möglichkeit verwiesen, eine individuelle Freigabe zu bekommen, wenn man die oben genannten Grundlagen nicht erfüllen kann.

Hierzu gelten folgende Grundlagen:

  • Die grundsätzliche Flugverkehrskontrollfreigabe ist bei der zuständigen Flugplatzkontrollstelle schriftlich mit 10 Tagen Vorlauf zu beantragen
  • die maximale Flughöhe wird individuell durch die Flugplatzkontrollstelle festgelegt
  • in der Regel bleiben die vorgenannten Voraussetzungen für unbemannte Luftfahrtsysteme als Grundlage bestehen
  • keine Freigabe automatischer Flüge
  • nur bis 25kg Abflugmasse

Will der Pilot eines unbemannten Flugsystems höher als 50m fliegen, so ist eine individuelle Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich und die ständige telefonische Erreichbarkeit ist sicherzustellen.

Innerhalb der Flugplatzbegrenzung sind außerdem nun auch Flüge möglich. Hierzu ist Funkverbindung auf der individuell zugewiesenen Frequenz notwendig (Grundlage dafür ist nicht nur ein entsprechendes Funkgerät, sondern auch ein Funksprechzeugnis). Start und Landung muss darüber gemeldet werden. Außerdem ist ein Transponder zu nutzen, der den Vorgaben der Flugsicherung-Ausrüstungs-Verordnung entspricht.

Durch diese NfL ist die NfL 1-437/15 aufgehoben worden.

Fazit

Flüge sind demnach für unbemannte Luftfahrtsysteme innerhalb der Kontrollzonen, innerhalb der 1,5km Zone um Flugplätze und sogar auf den Flugplätzen selbst möglich, wenn die erforderlichen Auflagen jeweils erfüllt werden.

Dies eröffnet viele Möglichkeiten zur Nutzung und auch der Forschung. In Rotenburg/Wümme zum Bespiel wird diese NfL wohl auf offene Ohren stoßen. Eine praktische Übertragbarkeit und konkrete Umsetzung wird derzeit geprüft. Insgesamt aber bleiben alle Regeln für die unbemannte Luftfahrt weiterhin sehr undurchsichtig und für viele sehr komplex. Daher ist es zu begrüßen, dass diverse Managmenttools von verschiedenen Stellen entwickelt werden und das fliegen mit Copter und Co. sicher und transparent zu gestalten. Eine grafische Aufarbeitung ist bei Flynex erhältlich.

Hier die neue NfL: DFS-neu-NfL-1-681-16.


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