Versicherungspflicht für Drohnen

Drohnen sind ein echter Verkaufsschlager. Doch besteht eigentlich eine Versicherungspflicht des Trendgeschenks? An Weihnachten waren sie wohl das Geschenk schlechthin. In den Elektrofachmärkten reißen Drohnen die Verkaufszahlen in die Höhe und unter Hobbyfliegern gibt es seit Monaten kein anderes Thema mehr. Drohnen und Multikopter haben den Markt der Hobbyflieger längst erobert und werden immer beliebter. Doch was muss man alles beachten bevor man so ein Luftfahrtzeug steigen lässt?Wir haben für Sie einige wichtige Regeln, vor allem zum Thema Versicherung und Versicherungspflicht, zusammengefasst.

Drohne kaufen und los geht´s?

Einige Modelle der Multikopter sind bereits für weniger als 100 Euro zu haben. Bis vor einigen Jahren war das Navigieren von ferngesteuerten Modellhubschraubern noch erfahrenen Spezialisten vorbehalten, während die neue Generation von Multikoptern nach einer vergleichsweise kurzen Übungsphase auch von Fluganfänger problemlos gesteuert werden kann. Mal eben in den Elektrofachmarkt spazieren, eine Drohen aussuchen, bezahlen und auf der nächsten Wiese in die Luft schicken? Davon ist allerdings trotzdem abzuraten. Denn bevor man sein neues Flugmodell ausprobiert sollte man auf jeden Fall den Versicherungsschutz prüfen.

Versicherungspflicht seit 2005

Seit 2005 ist eine Haft­pflicht­versicherung für unbe­mannte Flug­objekte Pflicht. Drohnen-Neubesitzer müssen sich also rechtzeitig um eine entsprechende Deckung kümmern. Sie soll einspringen, wenn der Kopter abstürzt und einen anderen Menschen verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt. In den meisten Fällen reicht der Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung nicht aus. Bevor sie ihre Drohne das erste Mal in die Luft steigen lassen, sollten Nutzer mit ihrer Versicherung unbe­dingt klären, ob sie eine Zusatz­versicherung abschließen müssen oder nicht.

Bei der Allianz etwa sind Drohnen in dem etwas teureren Premium-Haftpflichtschutz SicherheitBest bis zu einer Höhe von sechs Millionen Euro eingeschlossen. Konkurrent Ergo sichert Schäden durch bis zu fünf Kilogramm schwere Drohnen in seiner Basis-Haftpflichtpolice bis zu fünf Millionen Euro ab. Kommt es dann zu einem Unfall liegt die vorgeschriebene Deckungssumme für Personen- und Sachschäden bei ca. 1 Million Euro. Experten raten allerdings zu einer Deckungssumme von drei Millionen Euro bei der Versicherung, denn kommen Personen ernsthaft zu Schaden können die Kosten eine Million schnell überschreiten.

Eine Alternative kann es sein, einem Modellfliegerverein beizutreten. Hier sind Mitglieder nämlich häufig über einen Rahmenvertrag haftpflichtversichert. Der Deutsche Modellfliegerverband (DMFV), bei dem deutschlandweit 1300 Modellflugvereine Mitglied sind, bietet eine Haftpflichtversicherung über eine Vereinbarung mit der HDI Gerling Industrie Versicherung an. Die Deckungssumme liegt hier bei 1,5 Millionen Euro. Auch Einzelpersonen können im Verband Mitglied werden, ohne einem Verein beizutreten. Der Versicherungsbeitrag ist im Mitgliedsbeitrag von jährlich 42 Euro für Erwachsene inbegriffen, sagt ein Sprecher des Verbandes. Allerdings gibt es auch hier gewisse Einschränkungen, denn der Schutz gilt nur für Flüge auf Modellfluggeländen und für Multikopter bis 25 Kilogramm. Nur Fluggeräte bis 1 Kg sind auch außerhalb dieser Gelände versichert. Im Falle eines Schadens meldet der Nutzer diesen direkt beim Verband und dieser klärt dann alles Weitere.

Schäden immer melden!

Sehr häufig sind Lackschäden an Autos durch herabgestürzte Drohnen. Hier sollte sich der Pilot auf jeden  Fall zu seinem Missgeschick bekennen und versuchen den Fahrzeughalter ausfindig zu machen. Tut er dies nicht, ähnelt das Szenario einem Unfall mit Fahrerflucht, warnt Ergo. Auch aus diesem Grund will die Bundesregierung Multikopter ab 500 Gramm künftig registrieren lassen, sagt eine Ergo-Sprecherin. Auch Kollisionen von mehreren Drohnen in der Luft kommen häufiger vor.

Wann braucht man eine Aufstiegsgenehmigung?

Die Versicherer zahlen nur, wenn die Besitzer alle Regelungen eingehalten haben. Bei einer Nutzung für gewerb­liche Zwecke und für Drohnen mit mehr als fünf Kilogramm Gewicht ist eine sogenannte Aufstiegs­genehmigung der zuständigen Landes­luft­fahrt­behörde notwendig. Eine Aufstiegs­genehmigung wird entweder für Einzel­flüge erteilt oder für einen befristeten Zeitraum, beispiels­weise von zwei Jahren. Solche Genehmigungen sind gebühren­pflichtig und können mehrere 100 Euro kosten. Diese Genehmigungen erteilen die in den jeweiligen Bundesländern zuständigen Landesluftfahrtbehörden, und zwar nur gegen Vorlage einer Haftpflichtversicherung. Die Behörden schreiben auch vor, unter welchen Bedingungen private Nutzer die Drohne steigen lassen dürfen. Herkömmliche Regeln: Multikopter dürfen nur in Sichtweite gesteuert werden, das heißt in der Regel 100 Meter hoch und je nach Bundesland 200 bis 300 Meter weit. Zu Flugplätzen müssen die Piloten einen Mindestabstand von 1,5 Kilometern einhalten. Außerdem darf die Drohne nicht über Menschen und Menschenansammlungen kreisen.

Manche Bundes­länder erkennen die Aufstiegs­genehmigungen aus anderen Bundes­ländern an, andere wiederum nicht. Weiterführende Informationen und oft auch die entsprechenden Antrags­formulare sind bei den jeweiligen Landes­luft­fahrt­behörden erhältlich. Kontakt­adressen der Landes­luft­fahrt­behörden finden Sie unter folgendem Link auf der Internetseite des Luftfahrt-Bundesamtes.

Wo also Drohnen problemlos steigenlassen?

Am unpro­blema­tischsten können Frei­zeitpiloten ihrem Hobby auf ausgewiesenen Modell­flugplätzen und auf dem eigenen Grund­stück nachgehen – voraus­gesetzt, sie wohnen nicht in einer ausgewiesenen Flug­verbots­zone wie beispiels­weise in unmittel­barer Nähe eines Flughafens. Wer ein Modell mit Kamera besitzt, darf nicht einfach drauf los fotografieren. Hier gilt: das Persönlichkeitsrecht von Menschen muss gewahrt bleiben. Allerdings ist es zum Beispiel Hausbesitzern erlaubt mittels ihrer Fotodrohne den Zustand des Daches ihres Eigenheims zu über­prüfen. Von fremdem Grund darf eine Drohne grund­sätzlich nur mit Einwilligung des Eigentümers gestartet werden. Gleiches gilt für die Landung.

Vor dem Start einer neuen Drohne gilt also Einiges zu beachten, doch eines steht fest, eine Versicherungspflicht besteht. Deshalb sollte man sich vorab gut informieren, dies können Sie auf unserer Seite jederzeit tun.


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