Missbrauch von Drohnen und Schutz durch Detektion und Abwehr

Es wurde im Blog der UASympEx bereits über die Missbrauchsgefahr von Drohnen und den Schutz durch Detektion und Abwehr gesprochen. Andreas Koller ist mit seiner Firma Koller Engineering aus der Schweiz ebenfalls auf diesem Fachgebiet unterwegs. Die Macher der UASympEx haben ihn zum Einsatz von UAS und dem Detektionssystem DroneShield befragt. Hier das exklusive Interview.

kollerHerr Koller, Sie bieten eigens entwickelte UAS mit einem sehr hohen Standard an Redundanz und Sicherheit an. Wie sehen Sie die derzeitige Entwicklung in Europa in Bezug auf Regulierung und Sicherheit?

Andreas Koller: Wir bewegen uns mit den Regularien für kommerzielle UAS in Richtung bemannte Fliegerei. Der Pilot wird auf absehbare Zeit ein wichtiger Faktor bleiben, aber neu verrichtet er seine Arbeit am Boden, unterstützt von einer Vielzahl technischer Hilfsmittel. Wir liefern vorab die technischen Voraussetzungen, um einen sicheren Betrieb in den vorgegebenen Grenzen zu ermöglichen.

Sie bieten parallel zu Ihren Entwicklungen und Dienstleistungen auch noch Sicherheitssysteme wie zum Beispiel DroneShield an. Können Sie uns ein Beispiel für eine erfolgreiche Einbindung aus Ihren Unternehmen geben?

Andreas Koller: DroneShield detektiert Drohnen auf bis zu einem Kilometer und wird bei Kunden installiert, die ein erhöhtes Schutzbedürfnis haben. Ein Industriekunde aus der Schweiz hatte gelegentlich Drohnensichtungen über seinem Betriebsgelände und fühlte sich relativ hilflos gegenüber diesem unerlaubten Eindringen in seine Sphäre. Mit der lokalen Polizei erarbeiteten wir ein Konzept, in welchem DroneShield eine wichtige Rolle spielt. Die Polizei kann nun bei einem Zwischenfall präziser und rechtzeitig informiert werden. Der Pilot konnte dann auch ausfindig gemacht werden. Wir haben ähnliche Beispiele aus dem privaten Bereich und für öffentliche Gebäude.

Sie beraten ebenfalls Unternehmen zu strategischer Ausrichtung mit UAS. Welche Erfahrungen haben Sie in der Vergangenheit mit Ihren Kunden gehabt? Haben Sie eine Entwicklung am Markt feststellen können?

Andreas Koller: Es besteht nach wie vor ein reges Interesse vom Markt, vorab von den Anbietern für Film- und Fotoaufnahmen. Wir stellen hier eine Professionalisierung fest. Die Kunden sind wesentlich anspruchsvoller geworden in Bezug auf die Qualität und den Service. Zudem müssen sich die Anbieter ausführlich mit den lokalen Vorschriften befassen und entsprechende Vorarbeiten leisten, wo wir unterstützend mithelfen können.

In den letzten Monaten haben wir auch vermehrt Projektanfragen aus der Landwirtschaft. Wir testen zusammen mit den Kunden verschiedene Konzepte zur Überwachung von Anbaufeldern.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich derzeit am Markt konfrontiert? Welche Hürden gilt es noch zu überwinden?

Andreas Koller: Die Branche steht erst am Anfang. Wir lernen mit den Kunden und versuchen, immer einen Schritt voraus zu sein. Für ein stabiles und nachhaltiges Wachstum sind wir auf eine breite Akzeptanz von UAS in der Öffentlichkeit angewiesen. Für Investitionen sind zudem klare und einheitliche Regularien notwendig, die Rechtssicherheit bringen.

Ist der Einsatz von UAS im Allgemeinen aus Ihrer Sicht ein Zukunftsmarkt oder eher ein Trend, der wieder abflauen wird und warum denken Sie so?

Andreas Koller: Im Hobbybereich ist es klar ein Trend, der wieder abflauen wird. Im professionellen Bereich sind aber Drohnen schon heute für viele Aufgaben nicht mehr wegzudenken, und dieser Markt wird sich über die nächsten Jahre deutlich entwickeln.

Zum Abschluss: Welche Erwartungen haben Sie an die UASympEx?

Andreas Koller: Wir hoffen auf gute Kontakte und darauf, einen Beitrag zur Akzeptanz von UAS zu liefern.

Vielen Dank für das nette Gespräch. 


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