Von Kriminellen und Drohnen – Missbrauch auf dem Vormarsch

Wir denken alle an die vielen Möglichkeiten wo Drohnen zu guten Zwecken eingesetzt werden. Dabei schläft das kriminelle Klientel nicht. Missbrauch von Drohnen erscheint zumindest den Behörden als das größte Übel dieser Zeit. Professionelle Dienstleister investieren viel Mühe und Geld, um ein geeignetes Gerät für die Inspektion von Gebäuden oder Stromleitungen zu entwickeln. Jedes Jahr erfreuen sich die Hersteller von Drohnen über ihre wachsenden Absatzzahlen.

Anwendungsbereiche in der Betrachtung

Sei es bei der Kartierung von Unwettergebieten, bei der Suche nach Wilderern mit dem Projekt AirShepherd in Afrika, der Suche nach Vermissten in Unglücksgebieten oder bei der Kontrolle von einer Vielzahl von Umweltauflagen in Industriegebieten. Die endlose Zahl an positiven Möglichkeiten für Drohnen etwas Gutes zu tun ist unerschöpflich.

Dies bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass die endlose Zahl an negativen Einsätzen steigen wird. Wo auch immer sich ein guter Zweck ergibt, ergibt sich auch ein negativer.

Gefährliche Aussichten

Neuerdings gibt es gefährliche Aussichten. Diebe und Einbrecher nutzen mittlerweile unbemannte Luftfahrzeuge, um ihre Ziele auszuspähen und zu analysieren. Sie setzen die Geräte ein, um zu verstehen, wann sich der Hausbesitzer wirklich in seinem Anwesen befindet und wann nicht. Weiterhin wollen die Diebe verstehen, welche Absicherungsmaßnahmen ein Grundstück hat und wo sich geeignete Wege zum Annähern und Verschwinden befinden. Dies können sie nun ganz entspannt aus einigen Metern Entfernung machen, ohne dass sie jemand dabei stört. Man stelle sich vor, drei Diebe sitzen nebeneinander und gucken „Raub-TV“. Man lernt, versteht, macht sich einen Plan und alle sind anschließend überrascht. Besonders der Beraubte. Sogar für den Drogenschmuggel werden Weltweit bereits Drohnen eingesetzt.

Im Vereinigten Königreich haben sie bereits die ersten Fälle gemeldet und die Gefahr beginnt zu wachsen. Diese neue technologische Bedrohung versetzt die staatlichen Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. Zumindest sollte es das. Fragen Sie doch mal bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle nach, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn jemanden eine Drohne in der Stadt fliegen lässt und dabei gesehen wird, wie er über einer großen Menschenmenge fliegt… Fragen Sie doch mal nach, wie der Besitzer einer Drohne festgestellt wird nach einem Absturz…

Situation in Deutschland

In Deutschland gibt es ein paar Regeln für den Aufstieg von Drohnen. Nur in Sichtweite fliegen, unter 5kg Gesamtgewicht bleiben und zu gewerblichen Zwecken brauche ich eine Aufstiegserlaubnis, usw. Kaufe ich mir jedoch bei Amazon oder bei Konrad ein Gerät, sagt mir keiner was ich zu tun oder zu lassen habe. Der Freizeitbereich ist nicht erfasst. Was gemeinhin nach dem Gesetz Flugmodellbereich genannt wird ist im Grunde nichts anderes als eine riesige Grauzone.

Die Wahrheit ist, dass es immer schon schwer gewesen ist, rechtswidriges Verhalten einzudämmen oder zu verhindern. Egal was unsere Welt an neuen Innovationen hervorbringt, es wird immer jemanden geben der die Absicht verändert und missbraucht und daraus einen negativen Effekt herbeiführt.

Viele Menschen freuen sich über Google Maps und Google Earth und freuen sich ihren neuen Wohnsitz oder Urlaubsort schon vor der Fahrt zu erkunden. Warum sollte dies nicht auch einem Dieb einleuchten? Im Verbund der Techniken und Dienste, schafft es ein Einbrecher nun zu verstehen, wann der Wohnungs- und Hausbesitzer seinen Arbeitsweg antritt und welche Straßen und Wege er dafür nutzt. Er macht sich eine Skizze und einen Zeitplan und weiß ganz genau wo der Zaun offen steht und welches Fenster offen gelassen wurde.

Sind wir noch sicher?

All diese Details und Informationen machen einen standardisierten Perimeterschutz nicht mehr ganz so effektiv wie er einmal war. Sie nutzen eine Überwachungskamera und plötzlich fliegt eine Drohne vorbei und besprüht Ihre Linse. Sie nutzen in Ihrem Schutzkonzept Abschreckungsmaßnahmen, weil Schutz immer teuer ist. Was passiert wenn jemand bei Ihnen hinter die Kulissen guckt und erkennt, dass alles nur heiße Luft ist?

Vor ein paar Monaten wurde bekannt, dass Frankreich mit besonderer Aufmerksamkeit die Verwendung von Drohnen im unbefugten Nachtflug mit einem Notfallprotokoll beantwortet hat. Dort spiegelt sich die Angst vor Terror wieder und die ersten Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten oder offiziellen Gebäuden wurden getroffen.  Aber was tut Deutschland eigentlich? Welche Maßnahmen wurden schon umgesetzt? Reagiert unser Land nur auf Ereignisse oder haben wir schon präventive Maßnahmen ergriffen? Das Ergebnis ist ernüchternd.

Wenn Sie sich nun betroffen fühlen und Sie Antworten auf all Ihre Fragen suchen, kommen Sie zur UASympEx 2015, dem ersten Symposium zum Thema Sicherheit und Integration von Drohnen, oder nehmen Sie mit mir unter caballero(at)chcon.de Kontakt auf.


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