UAS – Drohnen – UAV – RPAS – Teil 2

Der Blick von oben in Echtzeit auf einen Monitor in der Hand des Handelnden am Boden ermöglicht blitzschnelle Reaktionen und hat schon viele hundert Leben gerettet. Dabei spielen zwei wesentliche Faktoren eine Rolle.

Militärische Nutzbarkeiten

Während bemannte Luftfahrzeuge oft schon nach nur 20 Minuten über dem Einsatzraum (time on station) wieder zum Tanken müssen oder nach bereits langer Einsatzzeit den Flug beenden müssen ist einer Einsatzzeit von Drohnen lediglich eine Grenze in Form von Kraftstoff gesetzt. Der Bediener am Boden kann durchaus schnell und einfach ausgetauscht werden.

Der zweite Faktor ist die Verwundbarkeit. In Zeiten einer „no-casualties-policy“ der Regierungen sollen eigene Verluste möglichst nicht vorhanden sein. Eine Drohne kann hier eine Gefährdung des fliegenden Personals ausschließen.
Einen weiteren Faktor, der jedoch weniger zu Buche schlägt, stellt die geringere Ausbildungshöhe eines Drohnen-Operators dar. Auch er muss eine Berechtigung zum Betrieb von Luftfahrzeugen besitzen, ist allerdings körperlich nicht an dieselben Bedingungen gebunden, wie ein richtiger Pilot. Er hat schließlich lediglich die Aufgabe, ein System in einem Container zu bedienen und ist nicht denselben Belastungen ausgesetzt, wie zum Beispiel ein Jet-Pilot – Ermüdung und Erschöpfung treten später ein.

All diese Faktoren spielten in der Diskussion über Drohnen in Deutschland jedoch eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stand deutlich die Tatsache, dass unbemannte Luftfahrzeuge und deren Bediener zu einem schmutzigen Krieg beitragen. Teilweise sehr emotional und irrational geführte Diskussionen ließen den Bediener zu einer Art „Counter-Strike-Krieger“ ohne Bezug zum Töten werden – eine Darstellung die in Anbetracht der diversen Fälle von Post-Traumatischer-Belastungs-Störung bei amerikanischen Drohnenpiloten kaum nachvollziehbar scheint.

Im Laufe der Zeit ebbte diese Diskussion ab und wurde durch die Beschaffungs-Diskussion über den EuroHawk ersetzt. Diese Diskussion hatte im Grunde die Nicht-Zulassung dieser Drohne als Gegenstand. Mit einer Durchhaltefähigkeit von 40 Stunden und Aufklärungsmöglichkeiten versehen, die sich die deutschen Soldaten nur wünschen können, wäre diese Drohne ein echter Zugewinn für die Truppen gewesen. Gescheitert ist die Zulassung an Problemen mit der Kollisionsverhütung und nicht erfüllten rechtlichen Grundlagen. Sogar im Entwicklungsland, den USA, gab es so große Probleme, dass dieses System nur über unbewohntem Gebiet fliegen durfte und nur in einem extra reservierten Luftraum. Mittlerweile ist das Projekt gestoppt und wartet auf eine Wiederaufnahme.

Abgesehen von diesem Großprojekt, was in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle spielte, sind in der Armee viele kleinere Drohnen im Einsatz (Luna, Aladin, Mikado). Diese Drohnen werden im militärischen Einsatz in Afghanistan und anderen Einsatzländern und in Übungen in Deutschland eingesetzt und liefern tadellose Ergebnisse in ihrem Bereich. Dafür wird ebenfalls jedes Mal ein besonderer Bereich des Luftraums gesperrt.

Unfraglich haben Drohnen einen hohen militärischen Nutzen. Eine Zivile Nutzung hat sich daraus in den letzten Jahren dennoch entwickelt. Ein Verdammen der Technologie, nur weil man denkt, dass die Technologie böse ist halte ich für falsch! Unbemannte Flugsysteme sind erst einmal grundsätzlich gute und hervorragend wirtschaftliche Helfer. Erst der Mensch kann sie missbrauchen zu Dingen, die nicht mehr gut sind.


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