Gute Nachrichten für Flugmodell Liebhaber – Freigabe vereinfacht

Was allerdings für die Betreiber von Flugmodellen gut ist, das kann für den Bürger und die Behörden schnell zum Albtraum werden. Bereits jetzt wird ein deutlicher Aufwärtstrend der Nutzung verzeichnet. Wohl auch ein Grund für die DFS, sich ein wenig Luft zu verschaffen, indem gerade für die Kontrollzonen, die in urbanem Umfeld liegen, die Regelungen gelockert werden.

Neueste NfL lockert den Umgang

In der neusten „NACHRICHT FÜR LUFTFAHRER“ (NfL) der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) mit der Nummer  1-437-15 wurden neue Bekanntmachungen über die Erteilung von Flugverkehrskontrollfreigaben zur Durchführung von Flügen mit Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen in Kontrollzonen von Flugplätzen nach § 27d Abs. 1 LuftVG an den internationalen Verkehrsflughäfen mit DFS-Flugplatzkontrolle mit Gültigkeit ab dem 01 JUN 2015 veröffentlicht.

Die Allgemeinverfügung, welche in der NfL abgedruckt wurde, ergibt weitreichende Vereinfachungen für den Ablauf und die Maßnahmen zu Flügen INNERHALB von Kontrollzonen von Flughäfen. Diese Änderung ist nicht zu unterschätzen, bietet sie doch weitreichende Freiheiten.

In Abschnitt 1 der NfL wird auf die Abgrenzung zwischen Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen eingegangen. So ist nach Definition dieser NfL explizit eine Unterscheidung über den Zweck des Einsatzes zu unterscheiden ist. Wird ein unbemanntes Luftfahrzeug zum Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung eingesetzt, so ist es ein Flugmodell. Wird es zu gewerblichen Zwecken jeglicher Art eingesetzt, so ist es ein unbemanntes Luftfahrzeugsystem und unterliegt damit der Pflicht zur Erlaubniseinholung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde.

Geltungsbereich

Als die durch §27d, Absatz1 des LuftVG erfassten Kontrollzonen und Flugplätze sind hier folgende internationale Verkehrsflughäfen benannt: Berlin/Schönefeld, Berlin/Tegel, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart.

In Abschnitt 2 wird die Flugverkehrskontrollfreigabe für alle Flugmodelle mit folgenden Voraussetzungen vorbehaltlich anderer Regelungen erteilt:

  • 1,5km Entfernung zur Begrenzung des Flugplatzes
  • Flughöhe maximal 30m über Grund
  • maximale Startmasse 5kg
  • Flug in Sichtweite (ohne Hilfsmittel)
  • Luftraum muss beobachtet werden (selbst oder durch Luftraumbeobachter)
  • bemanntem Luftverkehr ist auszuweichen
  • außer Kontrolle geratene Flugmodelle sind der Flugverkehrskontrollstelle zu melden
  • Einsatz nur bei Sichtwetterbedingungen (Durchführungsverordnung EU Nr. 923/2012)
  • keine Verkehrsinformationen an den Steuerer durch Flugverkehrskontrollstelle
  • Bei Nacht ist für Beleuchtung gemäß Anlage 1 LuftVO zu sorgen
  • Regelungen zur Erlaubnispflicht, Aufstiegsgenehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutzbestimmungen bleiben von diesen Regelungen unberührt!

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt so ist eine Flugverkehrskontrollfreigabe gemäß §16 Absatz 1 Nr. 5 der LuftVO bei der entsprechenden Stelle einzuholen.

In Abschnitt 3 wird die Flugverkehrskontrollfreigabe für alle unbemannten Luftfahrtsysteme mit folgenden Voraussetzungen vorbehaltlich anderer Regelungen erteilt:

  • maximale Masse 25kg
  • 1,5km Entfernung zur Begrenzung des Flugplatzes
  • Flughöhe maximal 50m über Grund
  • Flug in Sichtweite (ohne Hilfsmittel)
  • Luftraum muss beobachtet werden (selbst oder durch Luftraumbeobachter)
  • bemanntem Luftverkehr ist auszuweichen
  • außer Kontrolle geratene Flugmodelle sind der Flugverkehrskontrollstelle zu melden
  • Die Vorgaben der NFL-1-281-13 sind einzuhalten
  • Einsatz nur bei Sichtwetterbedingungen (Durchführungsverordnung EU Nr. 923/2012)
  • keine Verkehrsinformationen an den Steuerer durch Flugverkehrskontrollstelle
  • Bei Nacht ist für Beleuchtung gemäß Anlage 1 LuftVO zu sorgen
  • Regelungen zur Erlaubnispflicht, Aufstiegsgenehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutzbestimmungen bleiben von diesen Regelungen unberührt!

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt so ist eine Flugverkehrskontrollfreigabe gemäß §16 Absatz 1 Nr. 5 der LuftVO bei der entsprechenden Stelle einzuholen.

Wo gilt das denn genau?

Jetzt wäre es natürlich sehr interessant zu wissen, ob man denn in einer solchen Kontrollzone ist. Die Luftraumstruktur in Deutschland sieht vor, dass in kontrolliertem Luftraum Flüge jeglichen Fluggerätes unter Kontrolle stattzufinden hat. Dies bedingt zumindest eine Verbindungsaufnahme mit dem jeweiligen Kontrollorgan, meist dem Tower des jeweiligen Flugplatzes.

Eine Karte des Luftraumes in Deutschland ist schwer zu bekommen. Entweder bestellt man sich die entsprechenden Karten bei der DFS oder man fragt bei der entsprechenden Luftaufsichtsbehörde nach. Auch ein Anruf bei der DFS vor Abflug ist sinnvoll. Profis können sich bei der DFS im AIS Portal anmelden. Dort ist dann unter Flugplan eine Interaktive Karte.

In jedem Fall empfiehlt sich aus unserer Sicht ein Anruf bei Luftaufsichtsbehörde, um vor allem auch abzufragen, welche anderen Besonderheiten vor Ort gelten.


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