Die Drohne – bald das 2. Smartphone?

Werden Drohnen quasi das zweite Smartphone? Schon jetzt könnten Drohnen den Kellner ersetzen, wie Raffaelo D‘ Andrea Professor für Dynamische Systeme und Kontrolle an der ETH Zürich seinem Publikum der TEDGlobal-Konferenz 2013 in Edinburgh zeigte. Sie weisen eine gute Geschicklichkeit und Schnelligkeit auf und stehen dem menschlichen Service-Personal ebenbürtig gegenüber.

Die Übung mit der Verteilung des Sektglases ist vergleichsweise eine einfache Übung, erklärte D’ Andrea. Die Schwierigkeit sei es die Schwerkraft und die Trägheit, die auf den Kopter wirken, entgegen zu wirken. Durch ein Innenraum GPS und Spezialkameras werden die Bewegungen blitzschnell und zentimetergenau erfasst. D‘ Andreas Ziel ist es, das sich Maschinen anpassen und aus Erfahrungen lernen sowie das Wissen an andere Maschinen weiter zu geben. Aber der Weg ist noch lang.

Smartphone und Drohne – passt nicht nur gut zusammen sondern hat auch eine gemeinsame Geschichte

Anders äußerst sich der ehemalige Chefredakteur des US-Technologiemagazins „Wired“ Chris Anderson. Seiner Meinung nach hat das Zeitalter der Drohnen längst begonnen. Die 50.000 Mitglieder seiner neu gegründeten Drohnen-Start-Up 3DRobotics und der Bastler-Community DIY Drones belegen dies. Die Drohen Euphorie ist stark zu Vergleichen mit den Anfängen des PC’s und seiner „Freaks“, in einigen Jahren werden sie nicht mehr weg zudenken zu sein, denn Ihre Nutzung kann sehr vielseitig sein.

Vielseitige Einsatzbereiche

Denn heute werden schon Drohnen für vielseitige Dinge eingesetzt, zum Beispiel für Luftfotos und Videoaufnahmen für die Journalisten, in der Immobilienbrache, für den Tierschutz, für die Kartografie und Geowissenschaften sowie in der Landwirtschaft, aber das sind nur einige Dinge in denen Drohnen eingesetzt werden. „Drone Adventures“, eine Non-Profit Organisation, hat sich das Ziel gesetzt die Öffentlichkeit und die Drohnen einander näher zu bringen. Denn normalerweise stehen Drohnen im Zusammenhang mit dem Militär.

„Jeder hat Angst vor Drohnen“ – die vielen positiven Einsatzmöglichkeiten wissen viele nicht. Drohnen können Mensch und Umwelt helfen. Der positive Einsatz zeigte sich zuletzt auf Haiti und in Lima. Hier wurden Karten erstellt von den Regionen.  Dies führte zu neuen Bauvorhaben, um die Stadtentwicklung voranzutreiben, was mit Jahre alten Satellitenaufnahmen nicht möglich wäre, die normalerweise zur Verfügung stünden.

Ebenfalls können sie kleinen Inselstaaten helfen, die sich keine Landscans, sogenannte Geo-Scans mit herkömmlichen Flugzeugen leisten können, ein genaues Höhenprofil zu erstellen, um sich auch auf den Klimawandel vorbereiten zu können.

Alleskönner oder nur ein Tool?

Das ist nur ein kleiner Teil von Einsatzmöglichkeiten für Drohnen. Wenn Drohnen mit speziellen Sensoren ausgestattet werden können sie im Prinzip alles. Die Sensoren müssen nur leicht genug sein, damit die Drohne noch fliegen kann. Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet werden, können nach Vermissten suchen oder auch in kritischen Infrastrukturen zur Sicherung oder für Kontrollen eingesetzt werden. Das haben einige Studien bestätigt.

Doch leider sind die Einsatzmöglichkeiten derzeit noch limitiert. Hierbei stellen sich auch die Fragen nach der Eignung für den jeweiligen Einsatzbereich sowie nach der Erschwinglichkeit. Laut den Feuerwehren sind die Anschaffungskosten in Höhe von 30.000€ zu hoch. Sie seien nicht Imstande das Geld aufzubringen, obwohl sie die Technik gerne hätten.

Auch auf der rechtlichen Seite wird nur behutsam ein wenig Spielraum geboten, um Erfahrungen zu sammeln. In Deutschland gelten momentan folgende Regularien: die UAVs dürfen nicht höher als 100 Meter fliegen und sie müssen ständig in Sichtweite des Piloten sein. Als nächstes scheint eine Zulassung als Voraussetzung für Drohnen und die Piloten eine kluge Sache – was wohl oder übel einige Drohnen-Fans stören mag. Doch die Deutsche Flugsicherung (DFS) steht schon jetzt vor einigen Problemen mit den Flügen von privaten Drohnen an Flughäfen.

Denn auch die „kleinen“ Drohnen lassen sich bewusst missbrauchen. Außerdem kommt noch hinzu, dass sich Drohnen hacken lassen, sog. Drohnen-Hijacking. Dies hat der Sicherheitsspezialist und Hacker Samy Kamkar bewiesen. Er kaufte eine Hobby-Drohne, die mit dem Smartphone gesteuert wird, welche schon einige hundert Mal verkauft worden war. Er stattete seine gekaufte Drohne mit einem Minicomputer, dem Rasberry-Pi, und einem Sender, den er vorher programmiert hatte, aus. Anschließend konnte er mit einer vollautomatischen Wireless-Verbindung die anderen Drohnen-User aufspüren und diese kapern.

Somit folgten die Drohnen nicht den Befehlen des Besitzers, sondern Kamkars Anweisungen – ein Sicherheits-Supergau! Den Entwicklern ist die Gefahr bewusst, denn auch der Computer bzw. das Internet hat ein hohes Missbrauchspotenzial, wie jede nützliche Technik. Daher sollten sie nicht wie herkömmlich mit den sog. „drei D’s“  – dull, dirty, dangerous-  in Verbindung gebracht werden, sondern viel mehr mit den neuen „drei F’s“ – friendly, functional, fun-.

Die Zukunftsvisionen sehen vielversprechend aus, denn in ca. 5 – 6 Jahren soll jeder, der heute ein Smartphone in der Tasche hat, auch eine kleine „Taschendrohne“ mit sich führen können. Zuerst waren Computer auch nicht „useful“ und sie sind heute nicht mehr weg zu denken, geschweige denn die Smartphones. Mit der Weiterentwicklung hat auch der Mensch seinen Nutzen erkannt, was bestimmt auch mit Drohnen so sein wird. Jede neue Entwicklung benötigt Zeit, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.


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